Wein:Weinanbauregion Savoie

aus dem Koch-Wiki (kochwiki.org)
Wechseln zu:Navigation, Suche

Die Weinanbauregion Savoie (dt: Savoyen) erstreckt sich überwiegend auf die französischen Départements Savoie und Haute-Savoie. Kleinere Flächen befinden sich in den Départements Ain und Isère. Die nördliche Grenze bildet der Genfersee (franz. Lac Léman), durch den die schweizerisch-französische Grenze geht. Die westliche Grenze bildet die Rhône. Einzige Ausnahme dieser westlichen Grenze bildet ein kleines Weinbaugebiet mit dem Namen Bugey im Département Ain, südöstlich von Lyon.

Im Jahr 1973 kam es mit der Neudefinition der Herkunftsbezeichnungen Vin de Savoie und Roussette de Savoie zu einer starken Vereinfachung der Struktur. Besonders hervorzuhebende Regionen oder Gemeinden erhielten einen Sonderstatus als Cru und dürfen seither den Namen des Cru auf dem Etikett der Weinflasche erwähnen. Verbunden mit diesem Privileg sind jedoch strengere Vorschriften in Form geringerer Erträge sowie höherer Mostgewichte. Insgesamt 19 Crus, also kleine Subregionen wurden unter den beiden obengenannten regional organisierten Herkunftsbezeichnungen definiert. Daneben blieben die kleinen AOC-Bezeichnungen Crépy und Seyssel erhalten. Gleiches gilt auch für den im Département Ain hergestellten Wein Vin du Bugey.

Wichtige Anbauflächen konzentrieren sich um den Lac du Bourget mit den Städten Aix-les-Bains am östlichen Seeufer und Chambéry, etwa 10 km südlich des Sees. Den Abschluss im Süden bilden vereinzelte Rebflächen im Tal des Flusses Isère, südlich und südöstlich von Chambéry.

Über 80 % der Weinproduktion entfallen auf das Département Savoie. Die restlichen rund 18 % verteilen sich auf die Départements Haute-Savoie, Ain und Isère. Weißwein hat einen Antal von fast 70 %.

Auf fast 2.120 ha Rebfläche werden jährlich ca. 135.000 Hektoliter Wein hergestellt, der hauptsächlich lokal und regional verkauft wird. Hierbei spielt der Sommer- und vor allem der Wintertourismus eine entscheidende Rolle, was aufgrund der ausgeprägten Saisonalität des Absatzes ein Problem für die Lagerhaltung und Logistik darstellt. Ein Export dieser Weine besteht nahezu nicht.

Genfersee[Bearbeiten]

Das Südufer des Sees ist fast völlig auf französischem Staatsgebiet. Hier hat der 10 km lange Gebirgsfluss La Dranse bei Thono-les-Bains einen Schwemmkegel gebildet, in dessen Nähe, zwischen Ballaison und Douvaine, das kleine französische Weinbaugebiet Crépy liegt. Weitere erwähnenswerte Weinorte sind Marin (östlich von Thonon), Publier, Schloss Ripaille (im Norden von Thonon) und Sciez (südwestlich von Thonon, Vignoble de Marignan).

Tal der Arve[Bearbeiten]

Die Arve ist ein linker Nebenfluss der Rhône, in die er nach ihrem Durchfließen von Genf mündet. Mit einem Anbaugebiet von etwa 30 ha sind die kleinen Orte Ayse, Bonneville und Marignier am Nordufer des Flusses führend, wo überwiegend Schaumweine produziert werden. Neben der eigenwilligen Rebsorte Savagnin, die hier Gringet genannt wird, darf dem Grundwein noch maximal 30% der autochthonen Sorte Roussette d’Ayze beigemengt werden. Beide Sorten sind ausreichend winterfest, um in einer Höhe von 600 m ü. NN zu überleben. Der Schaumwein wird meist in klassischer Flaschengärung hergestellt. Der Wein reift dabei mindestens acht Monate auf der Hefe, bevor er degorgiert (abgeschlämmt) wird. Insbesondere die Sorte Savagnin verleiht dem Schaumwein einen etwas rauen und rustikalen Charakter, der durch eine Lagerung verfeinert wird. Da diese Rebsorte durch ihre dicke Beerenhaut kaum zu Fäulnis neigt, kann man die Trauben lange am Stock belassen und in überreifem Zustand ernten. In diesem Fall entsteht unter dem Namen Vin de Savoie Ayze ein seltener Stillwein mit ausgeprägtem Honigaroma.

Siehe auch[Bearbeiten]