Bitterkoekjesvla

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Bitterkoekjesvla
Bitterkoekjesvla
Zutatenmenge für: 4 Personen
Zeitbedarf: 30 Minuten
Hinweise: Enthält Alkohol: nein Vegetarisch
Schwierigkeitsgrad: leicht bis mittel

Bitterkoekjesvla ist ein niederländischer Nachtisch-Klassiker, hier nach einem Rezept aus dem Kochbuch De Volmaakte Hollandse Keuken-Meid von 1746.

Vla (ndl. Pudding) ist etwas, was man in den Niederlanden und inzwischen auch in weiten Teilen Deutschlands im Kühlregal des Supermarkts findet. Wer auf die Zutatenliste schaut, sieht dann wohl Zucker und Stärke, nicht aber Eier. Wie anders war der Vla doch im 18. Jahrhundert! Zum Beispiel im folgenden Rezept.

Ursprünglich (14./16. Jhd.) hatten vlade und vlaeye dieselbe Bedeutung: ein dünner breiter Kuchen (Fladen) mit kandierten Früchten. Im 18. Jh. erhielt die Kurzform vla eine andere Bedeutung, jetzt ging es um eine kalt gegessene flüssige Nachspeise, zubereitet aus Milch, einem Bindemittel und sehr unterschiedlichen anderen Zutaten". In den Kochbüchern der damaligen Zeit waren diese anderen Zutaten u.a. Johannisbeeren, Zitrone, Kirschen, Rosenwasser, Apfelsine, Zimt, Mandeln und eben Bitterkoekjes. Als Bindemittel dienten in fast allen Rezepten Eier.

Bitterkoekjes sind luftige Mandelplätzchen. Sie nehmen in der niederländischen Küche einen Sonderstatus ein; sie werden so gut wie nie pur gegessen, sondern dienen als Zutat zu anderen Gerichten, hier Pudding, oder als Dekoration. Wohnt man in den Niederlanden, kauft man sie im Geschäft oder beim Bäcker. Im Ausland ist man auf die eigene Herstellung angewiesen.

Zutaten[Bearbeiten]

Kochgeschirr[Bearbeiten]

Zubereitung[Bearbeiten]

Vorbereitung[Bearbeiten]

  • Vier Bitterkoekjes für die Dekoration beiseite legen.
  • Die Bitterkoekjes in einem Mörser fein zerstoßen (ist ein solcher nicht vorhanden, die Plätzchen in eine stabile (saubere) Plastiktüte stecken und einige Male mit einem Nudelholz (oder einer Glasflasche) darüber rollen).
  • Die Krümel mit der Milch aufkochen, dann fünf Minuten bei geringer Hitze ziehen lassen.

Fertigstellung[Bearbeiten]

  • Die Eier sowie die zusätzlichen Eigelbe schlagen, bis sie schaumig sind.
  • Etwas heiße Milch zu den Eiern geben.
  • Weiter rühren.
  • Immer wieder heiße Milch dazu rühren, bis die Eimischung selbst warm ist.
  • Dann zu der Milch gießen.
  • Dieser Vorgang kann auch im Wasserbad (Au-bain-Marie-Methode) stattfinden, wenn befürchtet wird, dass die Milch gerinnt.
  • Weiterrühren, bis der Vla gebunden ist.
  • Da auch das Kochen eines Eis einige Zeit in Anspruch nimmt, darfst du nicht ungeduldig werden und musst weiterrühren.
  • Bei Gebrauch eines elektrischen Handrührgeräts, kann die Zubereitung direkt auf dem Herd erfolgen und der Vla ost schneller fertig.
  • Schließlich ergibt das einen prächtigen sahnigen Vla.
  • Diesen sofort in ein kühles Glas- oder Porzellangefäß umfüllen, da der Vla sonst am Boden und an den Wänden des heißen Topfs zu klumpen beginnt.

Servieren[Bearbeiten]

  • Der Vla kann warm gegessen werden, aber dieser Vla wurde laut Kochbuch meist kalt (das bedeutet hier: auf Raumtemperatur oder etwas kühler) gegessen.
  • Beim Abkühlen bekommt der Vla das berüchtigte Häutchen. Manchen finden es gerade lecker.
  • Du kannst vor dem Abkühlen Zucker über den Vla streuen.
  • Wenn du lieber gar keine Haut magst, den Vla während des Abkühlens mit Plastikfolie abdecken.
  • Den abgekühlten Vla in Dessertschalen geben und jede mit einem der zurückbehaltenen Bitterkoekjes dekorieren.
  • Der Vla darf auf gar keinen Fall zu kalt serviert werden. Erstens gab es in jener Zeit noch keine Kühlschränke, und zweitens: je kälter die Nahrung serviert wird, umso mehr Zucker wird benötigt, um einen süßen Geschmack zu erhalten. Kellerkalt (ca. 10-12 °C) kann wohl.

Beilage zu[Bearbeiten]

Varianten[Bearbeiten]

Referenzen[Bearbeiten]

coquinarianl (Originaltext des Rezepts und kulturhistorische Einleitung) niederländisch, englisch